Gerinnungshemmer: Gibt es eine Spezial-Diät?
|
Durchblutungsstörungen,Arterienverkalkung
oder Thrombosen werden mit Medikamenten behandelt, die die Gerinnungsfähigkeit
des Blutes verringern. Dadurch lassen sich gefährliche Komplikationen wie
Herzinfarkt oder Schlaganfall vermeiden, weil das Blut leichter durch die
verengten Gefäße fließen kann. Bei den meisten Patienten ist die
Behandlung mit solchen Gerinnungshemmern eine Dauertherapie. Welche
Rolle spielt das Vitamin K? Die
Blutgerinnung ist ein sehr komplexer Vorgang, bei dem viele einzelne
Schritte in einer festgelegten Reihenfolge ablaufen. Diese einzelnen
Schritte werden durch so genannte Gerinnungsfaktoren gesteuert. Und bei
der Bildung einiger dieser Gerinnungsfaktoren spielt das Vitamin K eine
herausragende Rolle. Wenn Vitamin K fehlt, können die betreffenden
Gerinnungsfaktoren vom Körper nicht hergestellt werden. Im schlimmsten
Fall läuft dann die Blutgerinnung nicht mehr korrekt ab und es kommt zu
Blutungen in verschiedenen Organen. Wo
kommt Vitamin K vor? Besonders
reich an Vitamin K sind grüne Pflanzen, aber auch Fleisch, (fettreiche)
Milchprodukte und manche Obstsorten. Geringe Mengen Vitamin K finden sich
in nahezu allen Lebensmitteln. Außerdem können bestimmte Bakterien im
menschlichen Darm selbst Vitamin K herstellen und tragen damit zur
Versorgung des Körpers bei. Vitamin-K-Mangel tritt daher bei erwachsenen
Menschen nur sehr selten auf. Weil
Vitamin K sich in Fett viel besser löst als in Wasser, kann der Körper
es aus sehr fettarmer Nahrung nur schwer aufnehmen. Der Fettgehalt einer
normalen deutschen Mischkost ist aber für den Vitamin-K-Haushalt gut
ausreichend! Vitamin
K und die Gerinnungshemmer Die
in Deutschland am häufigsten eingesetzten Gerinnungshemmer wirken als
Gegenspieler des Vitamin K. Bei der Bildung der Gerinnungsfaktoren bremsen
sie genau die Schritte, die Vitamin K fördert. Die
Dosierung der Medikamente wählt Ihr Arzt nun gerade so hoch, dass bei
einer normalen Vitamin-K-Menge in Ihrer Nahrung die Blutgerinnung in dem
gewünschten Ausmaß gehemmt wird. Wenn Sie nun plötzlich Ihre Ernährung
umstellen und sehr viel mehr oder auch deutlich weniger Vitamin K zu sich
nehmen, dann verändert sich auch Ihre Blutgerinnung. Worauf
sollten Sie achten?
Sprechen
Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie Ihre Ernährung in irgendeiner Weise ändern.
Besonders gilt das, wenn Sie auf vegetarische Kost umsteigen oder eine gemüsereiche
Abmagerungsdiät durchführen möchten. Auch eine Umstellung auf sehr
fettarme Kost kann den Vitamin-K-Spiegel in Ihrem Blut verändern, weil
Vitamin K fettlöslich ist und der Körper es daher nur im Beisein von
Fett aufnehmen kann. Vermeiden
Sie zu große Schwankungen im Verzehr von Salat und Gemüse. Am besten,
Sie orientieren sich an den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für
Ernährung und essen abwechslungsreich und vollwertig. Übrigens empfiehlt
die DGE 5 Portionen Obst und Gemüse pro Tag! Weisen
sie Ihren Arzt unbedingt darauf hin, wenn Sie wegen einer Erkrankung
Antibiotika einnehmen müssen. Denn diese können Ihre Darmflora schädigen,
die ja für die Vitamin-K-Versorgung Ihres Körpers sehr wichtig ist. Auch
auf frischen Waldmeister (Maibowle) und Tonkabohnen sollten Sie besser
verzichten, weil diese Lebensmittel die Wirkung Ihrer Medikamente verstärken.
Dann
steigt die Gefahr von Blutungen. |
Vitamin-K-reiche
Lebensmittel
Fleisch
Innereien (Leber), ferner Muskelfleisch von Rind, Kalb, Schwein
Nährmittel
Roggenvollkorn, Weizenvollkorn, Kleie, Weizenkeime, Sojamehl
Fett Traubenkernöl,
Maiskeimöl
Milchprodukte
Fettreiche Milchprodukte, z. B. Quark 40 %, Sahne, fette Käsesorten,
Sahnejoghurt etc.
Eier Eigelb
Gemüse
vor allem Rotkohl und Sauerkraut, ferner Linsen, Rosenkohl, Spinat,
Blumenkohl, Weißkohl und andere Kohlarten, Broccoli und anderes grünes Gemüse,
weiterhin Knollensellerie, Sprossen- und Lauchgemüse, Sojabohnen, Bohnen,
Erbsen, Tomaten, Zwiebeln, Pilze (Pfifferlinge, Butterpilze, Steinpilze),
Salat
Obst
Kern-, Stein- und Beerenobst, Südfrüchte (außer Zitrusfrüchte)
Gewürze
Kräuter (z. B. Kresse, Petersilie, Schnittlauch, Dill, Pfefferminze,
Basilikum, Estragon, Beifuß, Oregano), Suppengrün, Paprika, Wacholder,
Knoblauch
Sonstiges
Sojaerzeugnisse
Fleisch
Mageres Fleisch von Pferd, Ziege, Hase. Geflügel, Wild
Nährmittel
Cornflakes, Teigwaren (auch Vollkorn), Buchweizen, Hirse, Reis
Fett Erdnussöl, Sojaöl (!), Sonnenblumenöl
Milchprodukte
Magere Milchprodukte, z. B. Magerquark, Magerjoghurt, fettarme Käsesorten,
etc.
Eier
Eiklar
Gemüse
Nahezu alle Gemüsesorten sind reich an Vitamin K. Relativ geringe
Mengen sind enthalten in Roten Beeten, Senfgurken, Kürbis, Zucchini und
Paprika
Obst
Birnen, Quitten, Äpfel, Grapefruits, Orangen, Mandarinen
Gewürze
Die meisten Kräuter enthalten viel Vitamin K. Relativ Vitamin-K-arm
sind Bohnenkraut, Lorbeer, Majoran, Rosmarin, Thymian und Salbei.
Copyright
martens software gmbh, Eckental